FAQ

  1. Was ist Hypnose / Trance?

    Diese Frage ist tatsächlich nicht so leicht zu beantworten, da (Stand jetzt) mir keine allgemeingültige Definition für Trance / Hypnose bekannt ist, daher versuche ich es einmal auf meine eigene Art zu beschreiben:
    Hypnose ist eine jahrtausendealte Technik, die der Mensch in verschiedensten Situationen ganz natürlich für sich selbst nutzt, um in eine sogenannte Trance zu gelangen. Laut Wikipedia ist Trance ein:

    – Zustand hochfokussierter Konzentration (auf einen Vorgang),
    – bei gleichzeitiger sehr tiefer Entspannung,
    – der die Ausschaltung des logisch-reflektierenden Verstandes beinhaltet.
    (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Trance)

    Typische Anzeichen einer Trance sind z.B. getrübtes Bewusstsein (Fokus auf die Innenwelt, Schläfrigkeit), Zeitverzerrung (Zeit scheint schneller oder langsamer zu vergehen), Amnesie / Gedächtnisausfall für eine bestimmte Zeit, usw.

    Trance passiert ständig und überall: Das Bewusstsein fährt herunter (Entspannung) und gibt so Kapazitäten frei für erhöhte Fokussierung auf die anstehende Aufgabe, hierfür wird der kognitive Verstand weitgehend ausgeschaltet und das Unterbewusstsein übernimmt die Kontrolle.

    Beispiele hierfür sind z.B.: Lange Autobahnfahrten (Fokus auf die Innenwelt, da in der Aussenwelt nicht passiert), Leistungssport, Gefahrsituationen, uvm.

  1. Wie komme ich in Trance? Wie funktioniert Hypnose?

    In der Hypnose wird (wie bereits beschrieben) der kognitive Verstand heruntergefahren und die Verbindung zum Unterbewusstsein durchlässiger. Das Unterbewusstsein, dass nach momentanem Kenntnisstand ca. 90% unserer alltäglichen Handlungen kontrolliert, ist neben der Steuerung unserer körperlicher Funktionen (Blutdruck, Immunsystem, An- und Entspannung…) auch für viele Punkte unseres alltäglichen Verhaltens verantwortlich (z.B. müssen wir uns nicht jeden Tag überlegen, wie wir zur Arbeit kommen).
    Was passiert aber nun in Trance? Ich nutze als Vergleich gerne das Bild eines Torwächters, der „das Tor“ zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein bewacht. Er kontrolliert welche Impulse von der einen Seite auf die andere gelangen dürfen. In der Trance ist der Wächter besänftigt (entspannt) und lässt so den Austausch zwischen Bewusstsein (dem Wachverstand) und dem Unterbewusstsein leichter zu. Die Einleitung einer Trance erfolgt normalerweise über Entspannung, kann aber auch durch besonders starke Fokussierung oder Ablenkung erfolgen.

  1. Bin ich dem Hypnotiseur (in der Hypnose) ausgeliefert?


    Kurze Antwort: Nein

    Längere Antwort: Entgegen des Eindrucks vieler Menschen, es sich bei dem Zustand der Trance / Hypnose nicht etwa um einen Zustand des Ausgeliefertseins handelt, sondern ganz im Gegenteil, um einen Zustand erhöhter Kontrolle. In der Trance sind wir in der Lage uns mit unserem Unterbewusstsein, welches 90% unserer Handlungen kontrolliert, auszutauschen, zu verhandeln und Verständnis dafür zu entwickeln, warum wir handeln, wie wir handeln.
    Jede Hypnose ist eine Selbsthypnose! Das bedeutet, dass im Gegensatz, zu dem was uns Showhypnotiseure glauben machen wollen, es keine Möglichkeit gibt, das Unterbewusstsein eines Menschen zu „kapern“ und ihn Dinge tun zu lassen, die er nicht tun will. Bei Hypnose-Shows werden durch psychologische Tests die Personen herausgesucht, die Freude daran haben, sich auf entsprechende Zustände einzulassen und sich dementsprechend selbst hypnotisieren.

  1. Bekomme ich etwas von der Hypnose mit?


    Kurze Antwort: Ja, Sie bekommen alles mit.

    Lange Antwort: Hypnose ist kein Schlaf und auch kein Zustand völliger Willenslosigkeit (s.o.)! Es gibt verschiedene Trance-Tiefen, die das Bewusstsein in unterschiedlichem Maße eintrüben. Die meisten Menschen brauchen Zeit und Übung, um tiefe Trance-Zustände zu erreichen. Glücklicherweise sind diese allerdings für die meisten Behandlungen nicht notwendig. Der Klient greift vielmehr bewusst auf Unbewusstes zu, dies ist nicht möglich, wenn der Klient schläft!

    Hypnose ist ein aktiver Prozess (Selbsthypnose), bei dem der Klient selbstständig und bewusst in Begleitung des Therapeuten in Kontakt mit seinem Unbewussten tritt. Dies ist häufig nicht so spektakulär wie es sich anhören mag. Häufig ist es lediglich ein Zustand leichter Schläfrigkeit und des Wohlgefühls. Das Erleben dieses Zustands kann gelegentlich zu einer „Ent-Täuschung“ (dem Beenden einer Täuschung) führen, die Wirksamkeit der Hypnose wird hierdurch allerdings nicht beeinträchtigt.

  1. Was bedeutet „hypnosystemische Therapie“?

    Die systemische (Familien)Therapie ist eins der drei anerkannten psychotherapeutischen Richtlinienverfahren (für approbierte Psychotherapeuten). Die Grundidee dieses Ansatzes ist, dass ein Mensch seine Welt (und damit auch seine Schwierigkeiten) selbstständig (im Einvernehmen mit anderen (seinem System)) in seinem Kopf konstruiert. Ein Problem wird dabei auch als eine „Problemtrance“ bezeichnet (Fokussierung auf das Problem, Ausblenden von anderen Sichtweisen). Der hypnotische Ansatz von Milton Erickson, welcher von ihm Mitte des 20 Jh. entwickelt wurde, steht der systemischen Therapie von ihren Grundsätzen her sehr nahe und setzt in ihren Ansätzen weniger auf klassische Trance-Induktionen, sondern vielmehr auf die aus sich selbst heraus entstehende (leichte) Trance in einem zwischenmenschlichen Gespräch. Das NLP (Neuro-linguistisches-Programmieren) ist ein Ansatz der hieraus hervorging.
    Das Phänomen der hypnosystemischen Trance (Trance im Gespräch) ist leicht nachzuvollziehen, wenn man z.B. ein intensives Gespräch mit einem guten Freund / einer guten Freundin führt oder sich in der „Verliebtheitsphase“ einer Beziehung befindet. Hier sind Phänomene wie Zeitverzerrung oder eine erhöhte Gedächtnisleistung sowie ein Ausblenden der Außenwelt, typische Phänomene.
    Ich arbeite in meiner Praxis sowohl mit klassischer Hypnose, als auch hypnosystemisch.
  1. Was macht Hypnose so besonders?

    Hypnose / Trance ist ein Zustand in dem Austausch zwischen „ich und mir“ stattfinden kann. Unser Unterbewusstsein nimmt bereits seit unserer Geburt (oder ggf. sogar noch davor) Informationen auf und speichert diese, um in Situationen, in denen schnelles Handeln gefragt ist, kompetent reagieren zu können. Unser Unterbewusstsein handelt grundsätzlich in unserem besten Interesse und trifft im Rahmen seiner Möglichkeiten, grundsätzlich die beste mögliche Entscheidung! Manchmal sind wir dennoch unglücklich mit den Entscheidungen die wir selber treffen, z.B. würden wir uns vielleicht gerne weniger aufregen und in einer Situation ruhig bleiben oder standhaft gegenüber einer anderen Person. Mit Hilfe von Hypnose kann ein neues Verständnis des eigenen Verhaltens und seiner Herkünfte geschaffen werden und entsprechende Veränderungen vorgeschlagen.
    Das Interessante ist, dass Hypnose (im Gegensatz zu vielen anderen Therapieformen) die rechte Hälfte des Gehirns (Emotion), statt Logik (linke Gehirnhälfte) nutzt, was dazu führt, dass auch bei Schwierigkeiten die man „schon 1000x durchdacht hat“, es zu neuen Lösungen kommen kann.

  1. In welchen Fällen lässt sich Hypnose / Hypnosystemik einsetzen?

    Hypnose und Hypnosystemik lassen sich bei einer Reihe von Schwierigkeiten und Störungsbildern einsetzen:

    – Steigerung des Selbstwerts
    – Lebensorientierung
    – Krisenmanagement
    – Depressionen
    – Burn-Out (auch Prävention)
    – Schlafstörungen
    – Ängste und Phobien
    – Psychosomatische Störungen
    – uvm.

    Falls Sie Fragen haben, kontaktieren Sie mich gerne!

  1. Wieviel Sitzungen brauche ich? Wann kann ich mit Erfolgen rechnen? Was muss ich mitbringen?

    Hypnose, wie auch andere Therapieformen, benötigt vor allem ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Klient und Therapeut. Desweiteren ist das Vertrauen in die Therapieform und auch in die Kraft der eigenen Gedanken nützlich. Aus diesem Grund ist eine eindeutige Aussage darüber wieviel Sitzungen jemand „braucht“ und wann mit Erfolgen zu rechnen ist, nicht eindeutig definierbar, sondern von Person zu Person und von Problem zu Problem unterschiedlich. Manchmal reichen schon wenige Sitzungen, andere Menschen nehmen sich mehr Zeit. Grundsätzlich ist aus meiner persönlichen Sicht, allerdings auch der Prozess selbst, unabhängig von seiner Länge immer sinnvoll und gut, da jeder Therapieprozess zum eigenen Selbstverständnis, Stärkung des Selbstwerts und der inneren Ruhe beiträgt.

    Aus systemischer Sicht ist das Symptom (z.B. die Depression) auch häufig nur der Bote, den es nicht zu bekämpfen gilt, sondern dessen Botschaft es zu verstehen gilt, um ein gutes Leben führen zu können.

    Grundsätzlich setze ich Hypnose in Absprache mit Ihnen dann ein, wenn ich es für den Prozess für sinnvoll halte, Hypnose ist kein Allheilmittel, was Wunderkräfte hat, je nach Problemlage kann das „normale“ therapeutische Gespräch, deutlicher zu Heilungsprozess beitragen.

  1. In welchen Fällen sollte man auf Hypnose verzichten (Kontraindikationen)?


    Bitte rufen Sie hier, die Seite der Kontraindikationen auf.

  1. Fragen?

    Kontaktieren Sie mich! Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne persönlich (am liebsten per Mail) zur Verfügung (–> Kontakt).