1. Was bedeutet (hypno)systemische Therapie?

    Die systemische (Familien)Therapie ist eins der drei anerkannten psychotherapeutischen Richtlinienverfahren (für approbierte Psychotherapeuten).
    Eine Grundidee der Systemik ist, dass alle Teile eines Systems an einem Problem und damit auch an einer Lösung beteiligt sind. Als Beispiel nehme man eine Person mit Angst davor vor Gruppen zu sprechen. Bei der Arbeit soll ein Projekt vorstellen. Die Führungskraft erwartet, dass das eine gute Präsentation wird, die Kollegen kennen die Person und stellen sich darauf ein, dass es nicht funktioniert, die Bekannten geben aufmunternde Ratschläge wie: „Das wird schon!“. Keine dieser Verhaltensweisen ist für die Person hilfreich, gleichzeitig setzt sie sich selbst unter Druck, mit dem inneren Mantra: „Du musst das schaffen, das muss gut werden!“
    Wer ist nun für das Problem verantwortlich? Aus Sicht der Systemik, haben alle einen Anteil, erhalten das Problem aufrecht, wenn auch nicht bewusst und in böser Absicht.
    Dies wiederum zeigt den hypnotischen Anteil der hypnosystemischen Therapie, das innere „Selbstunterdrucksetzen“, die unausgesprochenen Erwartungen des Umfelds, die wenig hilfreichen Ratschläge, erzeugen in uns einen Trance-Zustand, indem wir das was wir können (unsere Ressourcen) ausblenden (in diesem Fall die Fähigkeit zu sprechen) und uns voll und ganz darauf konzentrieren, was nicht geschehen soll (nämlich Blackout / stumm bleiben). Dieser Zustand wird in der Psychotherapie häufig als „Problemtrance“ bezeichnet, was einen Zustand unbewusster Fokussierung auf ein bestimmtes unerwünschtes Erleben bezeichnet, wobei Lösungen ausgeblendet werden. Als Bild könnte man hier einen Menschen nehmen, der mit dem Auto auf eine Klippe zusteuert und dabei vergisst, dass es eine Bremse gibt und links und rechts Möglichkeiten abzufahren.
    In der hypnosystemischen Therapie arbeite ich mit Ihnen an diesen bewussten und unbewussten Problemfokussierungen und wir erarbeiten gemeinsam Lösungen und hilfreiche Verhaltensweisen.
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    1. Was ist Hypnose / Trance?
      Neben dem hypnosystemischen Gesprächsansatz ist es manchmal nützlich auf klassische Hypnose-Techniken zurückzugreifen, um die Suche nach einer Lösung zu erleichtern.
      Stand jetzt, gibt es keine offizielle Definition von Hypnose, daher stelle ich einmal mein Verständnis dar:
      Hypnose ist eine jahrtausendealte Technik, die Menschen in verschiedensten Situationen ganz natürlich für sich nutzen, um in eine sogenannte Trance zu gelangen.
      Trance zeichnet sich aus, durch hohe Fokussierung auf einen Vorgang. Dieser geht häufig mit Entspannung und einer Reduzierung des rationalen Verstands einher (dies ist nützlich, um neue Lösungswege zu finden).
      Typische Trance-Erfahrungen sind alle Ereignisse, die unsere (gesamte) Aufmerksamkeit auf sich ziehen, das kann ein interessantes Gespräch sein, ein Film, ein Buch, eine Tätigkeit oder anderes. In der Therapie spricht man häufig von sog. Problemtrancen (in Abgrenzung von Lösungstrance), was bedeutet, dass der / die Klient/in sich sehr stark auf sein / ihr Problem fokussiert (was natürlich Sinn macht, da das Problem häufig sehr belastend ist).

      Typische Anzeichen einer Trance sind z.B. getrübtes Bewusstsein (Fokus auf die Innenwelt, Schläfrigkeit), Zeitverzerrung (Zeit scheint schneller oder langsamer zu vergehen), Amnesie / Gedächtnisausfall für eine bestimmte Zeit, usw.

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  1. Was ist EMDR?

     

    EMDR (Eye Movement Desentization and Reprocessing) ist eine von Francine Shapiro in den 1980 / 90er Jahren entwickelte Technik, die ursprünglich nur in der Traumatherapie eingesetzt wurde. Inzwischen hat sich allerdings auch, als sehr hilfreich auf vielen anderen Gebieten (Therapie und Coaching) erwiesen. DIe Grundidee ist die wechselseitige Stimulation der beiden Gehirnhälften durch schnelle Augenbewegungen (ähnlich der sog. REM-Phase während des Träumens). Durch die Stimulierung können Ereignisse verarbeitet, reintegiert und somit schweres Erleben aufgelöst werden.
    EMDR lässt sich hervorragend mit verschiedenen Hypnose-Anwendungen kombinieren.

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  1. Ist Hypnosystemik / Hypnose wissenschaftlich anerkannt?

    Die systemische Therapie ist seit langem eine gängiges und geachtetes Verfahren in Beratung und Therapie und wurde 2019 zusätzlich als drittes psychotherapeutisches Richtlinienverfahren anerkannt.

    Hypnose wurde im Jahre 2006 vom wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie als wissenschaftliche Behandlungsmethode in der Psychotherapie in der Bundesrepublik Deutschland anerkannt.

    Der wissenschaftliche Beirat setzt sich zusammen aus Ärzten / Psychiatern und Psychotherapeuten. Sie sind für die Anerkennung von Verfahren und Methoden der Psychotherapie in Deutschland zuständig.

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  1. Wie komme ich in Trance? Wie funktioniert Hypnose?

    Hypnose ist eine Einladung an unser Alltagsbewusstsein sich einmal zurückzulehnen und neugierig zu beobachten, was unser Unterbewusstsein, das nach momentanem Kenntnisstand ca. 90% unserer alltäglichen Handlungen kontrolliert, zu präsentieren hat. Dies lässt sich vergleichen mit einem Aufenthalt im (inneren) Kino. Das Bewusstsein ist dabei aktive/r Beobachter/in, der / die ggf. auch eingreift und Veränderungen vornimmt. Den Unterschied zum Alltagsbewusstsein bemerkt man unter anderem daran, dass im Zustand der hypnotischen Trance der Fokus nach innen gerichtet ist, wodurch äußere Reize (Geräusche, Gefühle, etc.) nicht oder nur vermindert wahrgenommen werden.

    Was ist eigentlich dieses Unterbewusstsein?
    Unser Unterbewusstsein ist eine Art von „Autopilot“ der neben der Steuerung unserer körperlichen Funktionen (Blutdruck, Immunsystem, An- und Entspannung…) auch für viele Punkte unseres alltäglichen Verhaltens verantwortlich ist (z.B. müssen wir uns nicht jeden Tag überlegen, wie wir zur Arbeit kommen). Dementsprechend ist unser Unterbewusstsein auch für viele Prozesse, die wir als unangenehm, störend oder „krankhaft“ empfinden, zuständig. Mit Hypnose lässt sich auf diese Prozesse bewusst Einfluss nehmen.

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  1. Bin ich dem Hypnotiseur (in der Hypnose) ausgeliefert?

    Kurze Antwort: Nein

    Längere Antwort: Entgegen des Eindrucks vieler Menschen, handelt es sich bei dem Zustand der Trance / Hypnose nicht um einen Zustand des Kontrollverlustes, sondern ganz im Gegenzteil um einen Zustand erhöhter Selbstkontrolle. Das Bewusstsein ist während der Trance in der Lage in die eigenen, inneren Filme einzugreifen und so eine Veränderung der Situation herbeizuführen. Wie sind während der Trance in der Lage uns mit unserem „Autopiloten“ auszutauschen, zu verhandeln und Verständnis dafür zu entwickeln, warum wir handeln, wie wir handeln.


    Jede Hypnose ist eine Selbsthypnose!
    Das bedeutet, dass im Gegensatz, zu dem was uns z.B. Showhypnotiseure glauben machen wollen, es keine Möglichkeit gibt, das Unterbewusstsein eines Menschen zu „kapern“ und ihn Dinge tun zu lassen, die er nicht tun will. Bei Hypnose-Shows werden durch Tests und Aufbau von Druck die Personen herausgesucht, die entweder dem Hypnotiseur gerne zu Diensten sind oder die sich von ihm so sehr unter Druck setzen lassen, dass sie sich seinem Willen beugen.

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  1. Bekomme ich etwas von der Hypnose mit?

    Kurze Antwort: Ja, Sie bekommen alles mit.

    Lange Antwort: Hypnose ist kein Schlaf und auch kein Zustand völliger Willenlosigkeit (s.o.)! Es gibt verschiedene Trance-Tiefen, die das Bewusstsein in unterschiedlichem Maße eintrüben. Die meisten Menschen brauchen Zeit und Übung, um bewusst tiefe Trance-Zustände zu erreichen. Glücklicherweise sind diese allerdings für die meisten Behandlungen nicht notwendig. Der Klient greift vielmehr bewusst auf Unbewusstes zu, dies ist im Schlaf eher nicht möglich!

    Hypnose ist ein aktiver Prozess (Selbsthypnose), bei dem der Klient selbstständig und bewusst in Begleitung des Therapeuten in Kontakt mit seinem Unbewussten tritt. Dies ist häufig nicht so spektakulär wie es sich anhören mag. Häufig ist es lediglich ein Zustand leichter Schläfrigkeit / Entspannung und des Wohlgefühls und kann gelegentlich zu einer „Ent-Täuschung“ (dem Beenden einer Täuschung) führen.
    Die Wirksamkeit der Hypnose wird hierdurch allerdings nicht beeinträchtigt!

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  1. Was macht Hypnose so besonders?


    Hypnose / Trance ist ein Zustand in dem Austausch zwischen „ich und mir“ stattfinden kann. Unser Unterbewusstsein / Autopilot nimmt bereits seit unserer Geburt (oder ggf. sogar noch davor) Informationen auf und speichert diese, um in Situationen, in denen schnelles Handeln gefragt ist, kompetent reagieren zu können. Unser Autopilot handelt grundsätzlich in unserem besten Interesse und trifft im Rahmen seiner Möglichkeiten, grundsätzlich die beste mögliche Entscheidung! Manchmal sind wir dennoch unglücklich mit den Entscheidungen die wir selber treffen, z.B. würden wir uns vielleicht gerne weniger aufregen und in einer Situation ruhig bleiben oder standhaft gegenüber einer anderen Person. Mit Hilfe von Hypnose kann ein neues Verständnis des eigenen Verhaltens und seiner Herkunft geschaffen werden und entsprechende Veränderungen vorgeschlagen.Das Interessante ist, dass Hypnose (im Gegensatz zu vielen anderen Therapieformen) die rechte Hälfte des Gehirns (Emotion), statt Logik (linke Gehirnhälfte) nutzt, was dazu führt, dass es auch bei Schwierigkeiten die man „schon 1000x durchdacht hat“, zu neuen Lösungen kommen kann.

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  1. In welchen Fällen lässt sich Hypnosystemik / Hypnose einsetzen?

    Hypnose und Hypnosystemik lassen sich bei einer Reihe von Schwierigkeiten und Störungsbildern einsetzen:

    – Depressionen
    – Burn-Out (auch Prävention)
    – Schlafstörungen
    – Ängste und Phobien
    – Psychosomatische Störungen
    – Krisenmanagement
    – Steigerung des Selbstwerts
    – Lebensorientierung
    – uvm.

    Falls Sie Fragen haben, kontaktieren Sie mich gerne!

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  1. Wieviel Sitzungen brauche ich? Wann kann ich mit Erfolgen rechnen? Was muss ich mitbringen?

    Hypnosystemische Therapie, wie auch andere Therapieformen, benötigt vor allem ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Klient und Therapeut. Des Weiteren ist das Vertrauen in die Therapieform und die eigene Kraft wichtig. Aus diesem Grund ist eine eindeutige Aussage darüber wieviel Sitzungen jemand „braucht“ und wann mit Erfolgen zu rechnen ist, nicht eindeutig definierbar, sondern von Person zu Person und von Thema zu Thema unterschiedlich. Manchmal reichen schon wenige Sitzungen, andere Menschen nehmen sich mehr Zeit. Grundsätzlich ist aus meiner persönlichen Sicht, allerdings auch der Prozess selbst, unabhängig von seiner Länge immer sinnvoll und gut, da jeder Therapieprozess zum eigenen Selbstverständnis, Stärkung des Selbstwerts und der inneren Ruhe beiträgt.
    Aus systemischer Sicht ist das Symptom (z.B. die Depression) auch häufig nur der Bote, den es nicht zu bekämpfen gilt, sondern dessen Botschaft es zu verstehen gilt, um ein gutes Leben führen zu können.

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  1. In welchen Fällen sollte man auf Hypnose verzichten (Kontraindikationen)?

    Bitte werfen Sie einen Blick auf die Seite Kontraindikationen.


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  1. Fragen?

    Kontaktieren Sie mich! Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne persönlich zur Verfügung (–> Kontakt).

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